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Explosionsschutz (ATEX)

Explosionsschutz

Seit dem 1. Juli 2003 dürfen nur noch Geräte in Verkehr gebracht werden, deren Konformität mit der Richtlinie 94/9/EG „Geräte und Schutzsysteme zur Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen“ nachgewiesen wurde.

Neben elektrischen Geräten sind auch nicht-elektrische Betriebskomponenten und vor allem mechanische Teilsysteme von komplexeren Geräten oder Anlagen betroffen. Die von der Richtlinie geforderte Risikoanalyse beinhaltet auch nicht-elektrische Zündquellen. Besonders zu betrachten sind durch Reibung erzeugte heisse Oberflächen, mechanisch erzeugte Funken oder bewegungsbedingte, nicht abgeleitete, elektrostatische Ladungen.

Die Sicherheitsanforderungen an die mechanischen Systeme sind in der Richtlinie im Anhang II definiert. Die detaillierten Vorgaben oder Anforderungen sind in den dazu gehörenden harmonisierten Normen dargelegt. Die Grundlagen (Teil 1: Grundlagen und Methodik) sind in EN 1127 festgehalten. Die Anforderungen und die Einsatzmöglichkeiten der verschiedenen Zündschutzarten sind in der Normenreihe EN 13463 Teil 1 bis 8 definiert. 

Für viele mechanische Systeme spielt die in der Norm EN 13463 Teil 5 definierte konstruktive Sicherheit eine bedeutende Rolle. Darin ist aufgeführt, welche konstruktiven Massnahmen zu treffen sind, um beim Gerät eine Zündquelle zu verhindern. Behandelt werden bewegte Teile, Lager, Dichtungen und Schmierung sowie verschiedene Systeme zur Energieübertragung. Der Teil 1 der gleichen Norm definiert das genaue Vorgehen zur Bewertung der Zündquellen bei Normalbetrieb, vorhersehbarer oder seltener Störung. Die Anforderungen an nichtmetallische Teile von Geräten (Kunststoff) sind so definiert, dass das Risiko einer Zündung durch eine elektrostatische Entladung reduziert werden kann. Bei Geräten oder Gehäuseteilen aus Leichtmetall liegen zonenbedingt Anforderungen an die Zusammensetzung vor.

Die Praxis zeigt, wie schwierig das Festlegen der explosionsgefährdeten Zonen ist. Obwohl es Mindestvorschriften über die Bestimmung von Explosionsschutzzonen gibt (z.B. SUVA Informationsbroschüre Nummer 2153: „Explosionsschutz – Grundsätze, Mindestvorschriften, Zonen“), ist es immer sinnvoll, die eigenen Festlegungen oder die des Kunden kritisch zu hinterfragen. Eine zu strenge Zoneneinteilung kann zu erheblichen Zusatzkosten beim Gerät oder durch die geforderte Schutzmassnahmen führen.

Die Durchführung der Risikoanalyse gemäss Anhang II der ATEX-Richtlinie sowie die Detailbewertung der Zündgefahr nach EN 13463-1 führt zur Festlegung von technischen Schutzmassnahmen, die eine Zündung verhindern. Die Durchführung von Zündversuchen ist auch eine Möglichkeit, wenn die Zündquelle nicht über genormte Grenzwerte behandelt werden kann. Restrisiken, die technisch nicht lösbar sind, müssen in Form von Sicherheitshinweisen in die Bedienungsanleitung integriert werden.

Als letzter Schritt der Konformitätsbewertung wird die Kennzeichnung des Gerätes festgelegt und die entsprechende Konformitätserklärung erstellt.

 

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